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Scheidungsrecht

In § 1353 Abs. 1 BGB heißt es:

"Die Ehe wird auf Lebenszeit geschlossen. Die Ehegatten sind einander zur ehelichen Lebensgemeinschaft verpflichtet; sie tragen für einander Verantwortung."

Ungeachtet des gesetzlichen Leitbildes werden in Deutschland jedes Jahr tausende von Ehen geschieden.
Bevor man die regelmäßig vor der Scheidung liegende Trennungszeit einleitet, sollte man sich deswegen im Klaren sein über die häufig sehr weitreichenden Konsequenzen, die ein solcher Schritt mit sich bringt.
Schon der Begriff des Getrenntlebens stellt gewisse Anforderungen, die durchaus auch rechtliche Konsequenzen haben können.
Das ergibt sich immer wieder dann, wenn die Ehegatten innerhalb der ehelichen Wohnung voneinander getrennt leben und einer der Ehegatten die Trennung bestreitet.
Steht dagegen das Getrenntleben fest, sind vielfach folgende Überlegungen anzustellen.

  • Kann ein Ehegatte vom anderen Unterhalt verlangen?
  • Wie lange wird Trennungsunterhalt gezahlt?
  • Bei welchem Elternteil leben etwa vorhandene Kinder?
  • Welchen Unterhaltsanspruch haben die Kinder?
  • Wer bezieht das Kindergeld?
  • Was geschieht mit dem vorhandenen Hausrat?
  • Was geschieht mit dem Mietvertrag, wenn ein Ehegatte in der Ehewohnung bleibt?
  • Hat bereits die Trennung steuerliche Auswirkungen?

Aus dem vorstehenden Fragenkatalog, der keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, wird ersichtlich, dass bereits das Getrenntleben eine Vielzahl von Lebensbereichen betreffen kann.
Nach dem Ablauf der Trennungszeit, die in der Regel ein Jahr beträgt, ist die Frage zu entscheiden, ob man ein Scheidungsverfahren einleitet.
Der Ablauf des sogenannten Trennungsjahres führt nicht zwingend zur Einleitung eines Scheidungsverfahrens.

In einer Vielzahl von Fällen ist es durchaus überlegenswert, das Getrenntleben fortzusetzen, ohne einen Scheidungsantrag zu stellen.
Entschließt sich jedoch ein Ehegatte zur Stellung eines Scheidungsantrages beim zuständigen Familiengericht, sind wiederum folgende Überlegungen anzustellen, die denen zur Trennungszeit durchaus ähnlich sind.

  • Endet der Anspruch auf Trennungsunterhalt eines Ehegatten, und wenn ja, wann?
  • Gibt es einen Anspruch auf nachehelichen Ehegattenunterhalt?
  • Bei welchem Elternteil sollen die Kinder nach der Scheidung leben?
  • Erhält der andere Elternteil ein Umgangsrecht mit den Kindern?
  • Welcher Unterhalt steht Kindern zu?
  • Wie soll der Hausrat endgültig verteilt werden?
  • Gibt es etwaige Ansprüche auf Ausgleich von Zugewinn?
  • Was geschieht mit der Ehewohnung?
  • Was geschieht im sogenannten Versorgungsausgleich?
  • Welche steuerlichen Konsequenzen hat eine Scheidung?
  • Wirkt sich eine Scheidung auf etwaige Erbrechte aus?
  • Was ist bei der Krankenversicherung zu beachten?

Auch die vorstehend gestellten Fragen sind nicht erschöpfend. Welche Fragen letztendlich zu beantworten sind, bestimmt sich immer nach dem Einzelfall.

Bitte holen Sie deswegen möglichst schon vor einer Trennung unbedingt anwaltlichen Rechtsrat ein, um gravierende Nachteile zu vermeiden und eine Strategie zur Beantwortung der dargestellten Fragen zu entwickeln.

 

© Rechtsanwalt Jürgen Glänzer